Völkerwanderung 2.0 – Von Pool zu Pool

von Tom Schliemann, 29.02.2016
Aufstehen, duschen und einkaufen. 9.30 Uhr – Frühstückszeit. Der Tisch wird mit unseren neuen Freunden aus Miami geteilt. Cornflakes, Milch, Rum und Cola. Das wird ein guter Tag. Schließlich ist heute Sonntag. Und Sunday ist in San Juan del Sur immer auch Funday. Unter diesem Motto steht Sonntags nämlich nicht nur der riesige Pool-Crawl, sondern im Grunde die gesamte Stadt. Das merkt man bereits kurz nach dem Frühstück und den ersten beiden Nicalibres. Vor dem Hostel Pachamama steht eine lange Schlange junger, abenteuerlustiger und vor allem feierfreudiger Leute, die es kaum abwarten können endlich ihr Ticket und Tanktop zu einer der besten Partys in ganz Nicaragua zu bekommen. Nach 30 Minuten warten sind auch wir an der Reihe und können unser Plastikgeld gegen echte Werte eintauschen: Erfahrungen, Abenteuer, Spaß und tollen Erinnerungen. Im neuen Sunday-Funday-Party-Outfit geht es nochmal zurück ins Hostel. Beim Frühstück ist nicht alles leer geworden.
Kurze Zeit später kann man kaum noch durch SJDS laufen, ohne die auffälligen SundayFunday-Tanktops an jeder Ecke zu sehen. Und das ist gut so. Um 12 Uhr geht es bereits los. Man will keine Zeit verschenken. Auch das ist gut so. Zusammen mit Dillon und Erik aus Miami geht es los: Der erste Pool wartet auf uns. Er ist erfrischend – genau wie das Bier und die anderen Getränke. Zwei Stunden lang wird getanzt, gechillt, getrunken und geredet. Eine kurze Ansage des DJs eröffnet den „PoolCrawl“. Fast 600 Menschen setzen sich in Bewegung. Es gleicht einer Völkerwanderung – sofern man sich ein Volk voller entspannter, angetrunkener, feierlustiger Menschen aus der gesamten Welt vorstellen kann. Nach 10 Minuten Fußmarsch, neuen Bekanntschaften und kostenlosem Bier sind wird angekommen: Pool Numero 2. Direkt am Strand, wie es sich gehört. Das ganze Prozedere beginnt von vorn. Vier Stunden lang wird – man ahnt es bereits – getanzt, gechillt, getrunken und geredet. Man trifft Menschen von überall – länger unterhalten wird sich vor allem mit unseren neuen Freunden aus Miami und Mädels aus Schweden. Welch Zufall. 
Ein Zwischenfall stört die feierstimmimg aber: Unser nüchterner Kollege Erik gerät auf Grund eines Missverständnisses und der Sprachbarriere mit einem der Security-Leute in eine Diskussion, weshalb ihm sein Armband und damit die Partyzulassung entzogen wird. Gemeinsam finden wir jedoch einen Weg unseren treuen und spendablen Freund aus Miami mit zum dritten Pool zu schmuggeln. Gekonnt ist eben gekonnt.
Auch an der dritten und vorletzten Station geht es heiß her. Vom Berg kann man auf die Stadt, das Meer und vor allem dem Sonnenuntergang gucken und sich dabei gemütlich im Pool mit Burger und flüssiger Erfrischung entspannen. Einfach traumhaft. 
Auch hier wird die Zeit genutzt, um neue Bekanntschaften zu schließen und – man ahnt es bereits – getanzt, gechillt, getrunken und geredet. 
Kurze Zeit später müssen wir feststellen, dass Erik unauffindbar ist. Da der Junge aber groß, gutaussehend und offen ist, machen wir uns bei der hohen Anzahl hübscher Frauen allerdings keine Sorgen und feiern weiter. Erst als es ein paar Stunden später zur nächsten Station gehen soll, wird die Unauffindbarkeit Eriks doch etwas merkwürdig. Naja, der macht das schon. Für uns gilt es jetzt erstmal sich mit 9 Leuten in einen 5-Sitzer zu quetschen. Schon wieder so viele nette Leute – Aus England, Canada, Brasilien und Amerika. Eine Bus und Wagenkolonne fährt nun wieder entspannt den Berg runter. Next Stop: Strandparty. Die Sonne ist schon lange untergegangen und wenn man , dass die Party bereits um 12 Uhr gestartet ist, wundert es einen nicht, dass sich das Partyvolk mittlerweile in zwei Lager spaltet. Die einen, die sich gemütlich an den Strand setzen und den Abend mit neuen Bekannten verbringen und die, die die große Tanzfläche und die Bar für sich entdecken. Und dann gibt es noch uns: Wir haben den Pizza-Verkäufer für uns entdeckt. Nach ein paar sehr leckeren Stücken Pizza, eine paar Tanzeinlagen und erneuten Kennenlernrunden geht es dann für uns aber schlussendlich doch auf die Suche nach Erik. Zum Glück ist er schnell gefunden. Bereits 5 Meter vor unserem Hostelzimmer kann man ihn laut und deutlich hören – beziehungsweise sein Geschnarche. Beruhigt und glücklich gehen auch wir ins Bett. Es war ein toller Tag. 
Wie Erik ins Hostel kam? Die freundlichen Security-Leute haben den jungen Kerl auf der dritten Party wiedererkannt und mit einer Privat-Fahrt direkt bis vor die Hosteltür gebracht. Nette Türsteher gibt es hier.
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