Gestrandet im grünen Meer

von Moritz Pommer, 25.01.2016

Mein nächstes Freiwilligenprojekt führte mich im Dienste der Flora mitten in den Regenwald, genauer gesagt in die Bananito-Eco-Lodge. Und schon die Anreise war abenteuerlich: Wie so oft trifft man hier in Mittelamerika Gleichgesinnte und so kam es, dass ich nicht alleine reiste, sondern in Begleitung von Anni, einer anderen Freiwilligen und ihrem Welpen Troy. Mit ihr zusammen ging es von Samara aus über San Jose und Limon nach Bananito, ein kleines Örtchen am Ufer des Rio Bananito, dem kleinen Bruder des Rio Banano. Erschöpft aber gut gelaunt nach der Fahrt in Reisebussen und kleinen Rüttelkisten kamen wir abends vor der einzigen Bar der Gemeinde an und warteten darauf, dass uns jemand wie angekündigt abholte. Doch wir warteten vergebens und auch unsere zahlreichen Anrufe blieben unbeantwortet, was, wie wir später fest stellten, an dem miserablen Handyempfang im Regenwald liegt.
Nach Sonnenuntergang kam dann doch Jonathan, ein einheimischer Mitarbeiter der Lodge in einem von Kabelbindern und Isolierband gerade noch so zusammen gehaltenem Pick-Up und brachte uns in einer weiteren Stunde Fahrt mitten durchs Nirgendwo bis zu dem wunderschönen Ort zwischen Flüssen und Bergen, von dessen Schönheit wir im Dunkeln allerdings noch nicht so viel erahnen konnten.
Die nächsten Wochen sahen wir dafür umso mehr und die Zeit in der Lodge war für mich auf meiner Reise bis jetzt die ereignisreichste. Wir lebten genau wie die Besucher der Lodge in charmanten Cabinas mit eigenem Bad (Ich zusammen mit zwei Jungs, die ihr frewilliges ökologisches Jahr hier absolvierten; aber darauf werde ich später noch einmal genauer eingehen, und Anni & Hund mit Julia, einer Praktikantin) und Balkon mit Aussicht über das Tal. Auch in puncto Essen konnten sich die Frewilligen von den Köchinnen fast wie die Touristen verwöhnen lassen. Die Arbeit im Auftrag des Regenwaldschutzes bestand hauptsächlich aus der Aufforstung des Regenwaldes, dessen Bestand in der Vergangenheit stark zugunsten der Plantagen dezimiert wurde.
Des weiteren kümmerten wir uns um die Pferde der Lodge, die hier draußen, weit entfernt von jeglicher befestigter Straße ein wichtiges Transportmittel darstellten und übernahmen auch einige Aufgaben im touristischen Bereich, da dieser als ausgleichende Einnahmequelle auch dafür verantwortlich ist, dass die Plantagenwirtschaft abgeschafft wurde und der Regenwald sich wieder ausdehnt.
Doch neben dieser Arbeit blieb mir auch reichlich Zeit, selbst die Natur zu erkunden, in der Hängematte zu liegen, oder auch mich gut mit den Touristen, Einheimischen und den anderen Freiwilligen an zu freunden. Das waren neben Anni und Julia vor allem Juian und Felix, zwei deutsche Jugendliche, die ein ganzes Jahr in der Lodge stationiert sind, um mithilfe von Kamerafallen und dem Wissen der noch immer im Umkreis der Lodge lebenden Indianer Wildkatzen zu dokumentieren. Diese Daten dienen später dazu, den Lebensraum, bzw den angrenzenden internationalen Nationalpark La Amistad aus zu weiten und die Bananenplantagenbesitzer entweder zum biologischen Anbau zu überzeugen, oder die Gebiete auf zu kaufen
Doch im Costaricanischen Regenwald leben nicht nur Wildkatzen, sondern auch viele Froscharten, Vögel, kleine Säugetiere, Schlangen, Eidechsen und noch vieles mehr, was ich versucht habe, mit meiner Kamera für euch ein zu fangen.

[powr-weather id=“e55b21c4_1454796594491″]

no images were found